Arbeitsvorlagen für die Trainerpraxis
Die folgenden Vorlagen sind Arbeits- und Lernhilfen aus diesem Lehrwerk. Sie werden an Auftrag und Betrieb angepasst. Der Gesprächsbogen ist kein Ersatz für ein vorgesehenes validiertes Screeningverfahren; die Vorlagen sind keine universellen Vertrags- oder Einwilligungsmuster.
Struktur für ein Erstgespräch
Rahmen
Datum, beteiligter Trainer, Anlass, vorgesehene Betreuung und geeigneter Gesprächsort.
Zielvorstellung
Was möchte der Kunde verändern? Woran soll eine Verbesserung im Alltag oder Training erkennbar sein? Welches Ziel hat zunächst Vorrang?
Bisherige Erfahrung
Welche Aktivität findet bereits statt? Was wurde früher versucht? Was hat funktioniert und was die Umsetzung erschwert?
Relevante Voraussetzungen
Welche aktuellen Beschwerden, bekannten Besonderheiten oder Vorgaben sind für die geplante Belastung wichtig? Welche Fragen müssen vor einer Entscheidung noch geklärt werden?
Ressourcen
Verlässlich verfügbare Termine, Zeit pro Einheit, Zugang zu Geräten, Vorlieben und erkennbare organisatorische Hürden.
Entscheidung
Welcher Handlungsweg wurde gewählt? Welche Information war dafür ausschlaggebend? Welche Unsicherheit bleibt?
Vereinbarung
Nächster konkreter Schritt, Verantwortlichkeit, Zeitpunkt und Kriterien der Überprüfung. Was soll der Kunde vor dem nächsten Termin mitteilen?
Kurze Entscheidungsnotiz
| Feld | Einzutragender Inhalt |
|---|---|
| Datum und Anlass | Wann und wofür wird entschieden? |
| Informationsquelle | Kundenaussage, eigene Beobachtung oder vorhandene relevante Vorgabe |
| Wesentliche Information | Sachliche Beschreibung mit notwendigem Kontext |
| Offene Frage | Was kann im bestehenden Auftrag nicht ausreichend geklärt werden? |
| Entscheidung | Welche Maßnahme wird begonnen, angepasst, ausgesetzt oder veranlasst? |
| Begründung | Verbindung zwischen Information und Handlung |
| Vereinbarung | Wer übernimmt den nächsten Schritt bis wann? |
| Verlaufskriterium | Woran wird die Eignung später überprüft? |
Die Felder können in einem kurzen Absatz zusammengefasst werden. Ein Feld ohne relevante Information wird nicht mit einer erfundenen Angabe gefüllt. Gerade die Kennzeichnung einer offenen Frage kann eine wichtige fachliche Leistung sein.
Leseblatt für eine Trainingsstudie
- Vollständige Quelle und tatsächlich geprüfter Inhalt.
- Eigene Frage nach Personenkreis, Maßnahme, Vergleich und Ergebnis.
- Studiendesign, Teilnehmer und Dauer.
- Untersuchte Endpunkte und Eignung der Messverfahren.
- Ergebnis als absolute Größe mit Unsicherheitsangabe, soweit vorhanden.
- Relevante Verzerrungsrisiken und mögliche Interessenkonflikte.
- Unterschiede zur eigenen Betreuungssituation.
- Begründete Konsequenz: übernehmen, angepasst erproben, weiter prüfen oder derzeit nicht verwenden.
Dieses Blatt zwingt nicht zu einer einfachen Ja-Nein-Bewertung. Es macht sichtbar, welcher Teil einer Empfehlung auf Daten beruht und welcher Teil zusätzliche praktische Abwägung ist.
Rechenblatt
Gesucht: Welche Größe soll ermittelt werden?
Gegeben: Werte, Einheiten, Bezugsgrößen und Annahmen.
Vereinheitlicht: Erforderliche Umrechnungen.
Rechenweg: Formel, eingesetzte Werte, Ergebnis.
Plausibilität: Passt die Größenordnung?
Bedeutung: Was beantwortet das Ergebnis und welche zusätzliche Aussage lässt es nicht zu?
Persönliches Fehlerprotokoll
| Aufgabe oder Situation | Fehlerart | Korrekte Regel | Nächste Übung | Erneut geprüft am |
|---|---|---|---|---|
| Selbst einzutragen | Begriff, Bezug, Rechnung, Gespräch, Entscheidung oder Umsetzung | In eigenen Worten | Konkrete kurze Aufgabe | Datum |
Der Eintrag „mehr lernen“ ist als nächste Übung zu allgemein. „Drei Prozentaufgaben mit wechselndem Bezugswert rechnen“ oder „einen Fall mit verändertem aktuellen Befinden entscheiden“ ist überprüfbar.
Beobachtungsbogen für die Gesprächsübung
Der Beobachter notiert je ein konkretes Beispiel für verständliche Eröffnung, offene Frage, gezielte Nachfrage, Zusammenfassung, begründete Entscheidung und Vereinbarung. Zusätzlich hält er fest, ob der Prüfling das Verständnis des Kunden überprüft hat.
Die Rückmeldung nennt zuerst die beobachtete Handlung. Danach wird ihre Wirkung für das Gespräch besprochen. Ein abschließender Verbesserungspunkt wird so formuliert, dass er im nächsten Durchgang sichtbar werden kann.
Arbeitsplatzblatt für den Notfallablauf
Notiere am tatsächlichen Arbeitsplatz Adresse, Zugang und nächstgelegenen geeigneten Einweisepunkt für den Rettungsdienst. Ergänze Standort und Zugänglichkeit von AED und Erste-Hilfe-Material. Kläre, wer im jeweiligen Besetzungsmodell alarmiert, versorgt, den AED holt und den Zugang freihält.
Prüfe den Ablauf als angekündigte Übung mit den zuständigen Mitarbeitern. Halte fest, welche Information fehlte und wer sie ergänzt. Die Notrufkommunikation wird simuliert; für Übungen wird kein tatsächlicher Notruf ausgelöst.