Kapitel 17: Wiederholung
Wissenschaftliche Aussagen müssen anhand einer klaren Frage geprüft werden: Für welchen Personenkreis wurde welche Maßnahme mit welcher Alternative verglichen, und welches Ergebnis wurde gemessen? Das PICO-Schema hilft dabei. Die Aussagekraft einer Studie hängt von ihrer Durchführung und ihrer Passung zur Frage ab. Zusammenhänge beweisen keine Ursachen, plausible Mechanismen keine langfristige Wirkung. Auch Metaanalysen müssen hinsichtlich Studienqualität, Verzerrungen und Übertragbarkeit bewertet werden.
Ergebnisse brauchen einen Vergleich und eine Einordnung ihrer Unsicherheit. Verbessern sich zwei Gruppen um durchschnittlich 10 beziehungsweise 6 kg, beträgt der zusätzliche Vorteil 4 kg beziehungsweise rund 67 Prozent gegenüber der Vergleichsgruppe. Relative Angaben können Unterschiede eindrucksvoller erscheinen lassen. Konfidenzintervalle helfen, die Präzision einer Schätzung einzuschätzen; p-Werte zeigen weder die Effektgröße noch den praktischen Nutzen. Gruppenmittelwerte erlauben außerdem keine sichere Vorhersage für einzelne Kunden.
Eine fundierte Empfehlung verbindet wissenschaftliche Befunde, fachliche Erfahrung und die Ziele sowie Voraussetzungen des Kunden. Dafür werden Quellen überprüft, mögliche Interessenkonflikte berücksichtigt und Nutzen, Aufwand sowie mögliche Nachteile abgewogen. Die gewählte Maßnahme erhält ein überprüfbares Ziel und einen Termin zur Neubewertung. So wird auch bei unvollständigem Wissen eine begründete Entscheidung möglich, deren Umsetzung und Ergebnisse systematisch überprüft werden.