Kapitel 47: Bezogene Größen und statistische Kennwerte
Viele Angaben werden auf eine Körpermasse oder einen Zeitraum bezogen. Die Schreibweise g/kg bedeutet Gramm pro Kilogramm. g/kg/Tag ergänzt den Tagesbezug. Ob eine konkrete Zielgröße fachlich geeignet ist, wird getrennt von ihrer Berechnung beurteilt.
Eine reine Rechenaufgabe setzt 1,6 g pro Kilogramm und Tag bei 90 kg voraus. Das Ergebnis lautet 1,6 × 90 = 144 g pro Tag. Bei gleichmäßiger rechnerischer Verteilung auf vier Mahlzeiten ergeben sich 36 g pro Mahlzeit. Die Aufgabe trainiert die Umrechnung; sie ist keine individuelle Ernährungsplanung.
Auch bei Wochenumfängen wird der Zeitraum beachtet. Drei Einheiten mit je 45 Minuten ergeben 135 Minuten pro Woche. Ein Monatswert lässt sich nicht immer durch bloßes Multiplizieren mit vier exakt darstellen, weil Kalendermonate nicht alle genau vier Wochen lang sind.
Wird eine Rechnung zur Planung verwendet, müssen außerdem Annahmen sichtbar bleiben. Schätzwerte werden als Schätzwerte benannt. Eine Dezimalstelle macht eine ungenaue Ausgangsannahme nicht genauer.
Mittelwert, Median und Streuung
Der arithmetische Mittelwert entsteht aus der Summe der Werte geteilt durch ihre Anzahl. Die Werte 10, 12 und 14 ergeben 36 / 3 = 12. Er fasst die Lage der Werte zusammen, beschreibt aber nicht ihre gesamte Verteilung.
Der Median ist der mittlere Wert einer geordneten Reihe. Bei 8, 9, 10, 11 und 62 beträgt der Median 10. Der Mittelwert beträgt dagegen 20. Der einzelne sehr hohe Wert beeinflusst den Mittelwert deutlich.
Zur Einordnung gehört deshalb die Streuung. Zwei Gruppen können denselben Mittelwert und sehr unterschiedliche Verteilungen besitzen. Eine Gruppe mit eng beieinanderliegenden Ergebnissen ist etwas anderes als eine Gruppe mit starken Unterschieden zwischen den Personen.
Für den Trainer heißt das: Durchschnittswerte werden mit Angaben zum Personenkreis, zu Streuung und Messbedingungen gelesen. Wenn nur ein Durchschnitt genannt wird, bleibt offen, wie gut er eine einzelne Person beschreibt. Genau diese Frage wurde in den Kapiteln zum wissenschaftlichen Prüfen von Aussagen bereits bei Studienergebnissen behandelt.