Kapitel 29: Ziele klären und konkretisieren
„Fitter werden“ kann vieles bedeuten: Treppen leichter steigen, mehr Kraft entwickeln, Sport ohne lange Erschöpfung betreiben oder eine bestimmte Figur erreichen. Der erste Schritt ist deshalb die Bedeutung im Leben des Kunden.
Eine gute Anschlussfrage lautet: „Woran würdest du in drei Monaten merken, dass das Training dir etwas gebracht hat?“ Die Antwort liefert häufig eine konkretere Richtung als eine Liste allgemeiner Trainingsziele.
Aus „weniger schnell außer Atem sein“ kann ein alltagsbezogenes Ergebnisziel entstehen. Aus „kräftiger werden“ kann eine ausgewählte, standardisiert überprüfte Kraftleistung werden. Bei Körperzielen wird vereinbart, ob Gewicht, Umfang, Fotos, subjektive Zufriedenheit oder andere Kriterien sinnvoll und erwünscht sind. Nicht jedes mögliche Messverfahren muss verwendet werden.
Das Ziel erhält außerdem eine Priorität. Gleichzeitig maximale Kraftentwicklung, erheblicher Fettverlust und ein hoher Ausdauerumfang können unterschiedliche Anforderungen erzeugen. Der Trainer erläutert diese Zielkonflikte und entwickelt einen sinnvollen Schwerpunkt, statt alle Wünsche mit identischer Dringlichkeit in einen überladenen Plan zu schreiben.
Ergebnis-, Leistungs- und Verhaltensziele
Ein Ergebnisziel beschreibt den gewünschten Zustand, etwa eine bestimmte Körperentwicklung. Ein Leistungsziel benennt eine überprüfbare Fähigkeit, beispielsweise eine höhere Leistung in einem definierten Test. Ein Verhaltensziel legt fest, was der Kunde regelmäßig tun möchte.
Diese Ebenen ergänzen sich. Ein Ergebnisziel schafft Richtung. Leistungsziele ermöglichen einen Bezug zur Funktion. Verhaltensziele beschreiben einen beeinflussbaren Weg. Wer nur das Ergebnis notiert, hat noch keine klare Handlungsvereinbarung.
Ein Beispiel: „Ich möchte mich kräftiger fühlen“ wird ergänzt durch ein später ausgewähltes Kraftkriterium und die Vereinbarung, in den kommenden vier Wochen zwei betreute oder selbstständig dokumentierte Einheiten pro Woche umzusetzen. Ob dieses Verhalten reicht und passend ist, wird anschließend anhand tatsächlicher Umsetzung und Verlauf geprüft.
Für die Zielbeschreibung kann die SMART-Heuristik helfen: spezifisch, messbar, akzeptiert beziehungsweise attraktiv, realistisch und zeitlich eingeordnet. Die unterschiedlichen Auflösungen des Buchstabens A zeigen bereits, dass es sich um eine Merkhilfe handelt. Entscheidend ist ein verständliches, geeignetes Ziel, nicht das perfekte Abhaken eines Schlagworts.