Kapitel 48: Messqualität und sichere Rechenwege
Ein Messwert enthält neben der interessierenden Eigenschaft auch Einflüsse des Verfahrens und der Situation. Ein ungeübter Krafttest, eine veränderte Geräteeinstellung oder eine andere Tageszeit können den Vergleich erschweren.
Deshalb werden wiederholte Messungen möglichst ähnlich durchgeführt. Dazu können Gerät, Einstellung, Instruktion, Reihenfolge, Erholung und relevante Umstände gehören. Welche Bedingungen erforderlich sind, hängt vom konkreten Verfahren ab.
Eine Zahl mit vielen Nachkommastellen ist nicht automatisch ein präziser Befund. Wenn die Erhebung nur grob ist, liefert die Anzeige 12,347 keinen entsprechend genauen Wissensstand. Ergebnisse werden so gerundet, dass sie zur Qualität der Ausgangsdaten und zur Entscheidung passen.
Eine kleine Veränderung wird außerdem nicht sofort als echter Trainingsfortschritt gefeiert oder als Verschlechterung dramatisiert. Der Trainer prüft, ob der Unterschied unter vergleichbaren Bedingungen wieder erkennbar ist und ob weitere Informationen dazu passen. Messqualität wird in Heft 9 und Heft 11 vertieft.
Eine Rechenroutine gegen typische Fehler
Bearbeite neue Aufgaben in fünf Schritten. Erstens: Welche Größe wird gesucht? Zweitens: Welche Werte sind gegeben? Drittens: Welche Einheiten und Bezüge müssen vereinheitlicht werden? Viertens: Welche Rechnung verbindet diese Größen? Fünftens: Ist das Ergebnis von Größenordnung und Bedeutung her plausibel?
Bei der letzten Frage hilft eine grobe Schätzung. 70 Prozent eines Ausgangswerts müssen kleiner als der ganze Ausgangswert sein. Ein Anstieg von 50 auf 60 kann keine Verdreifachung bedeuten. Zehn Kilogramm können unter der üblichen Erdbeschleunigung nicht nur ein Newton Gewichtskraft erzeugen.
Schreibe anschließend einen Ergebnissatz. „Das Ergebnis beträgt 20 Prozent relative Steigerung gegenüber dem Ausgangswert“ ist genauer als die nackte Zahl 20. Der Ergebnissatz zeigt, ob die Rechnung inhaltlich verstanden wurde.