Eine Wurzel gegen Stress, ein Pilz für mehr Ausdauer und eine dunkle Substanz aus dem Gebirge für zusätzliche Kraft: Ungewöhnliche Supplements liefern oft eine faszinierende Geschichte mit. Doch wie viel bleibt davon übrig, wenn man persönliche Erfahrungen und wissenschaftliche Untersuchungen genauer betrachtet?

Ashwagandha, Maca und Cordyceps klingen nach traditionellem Pflanzenwissen und besonderen Wirkstoffen. Tongkat Ali und Turkesteron wecken Hoffnungen auf mehr Testosteron oder schnelleren Muskelaufbau. Citrullin ist im Fitnessstudio inzwischen alltäglicher, gehört mit seinem Versprechen eines stärkeren Pumps aber ebenfalls in diese Diskussion.

Die Präparate unterscheiden sich erheblich. Manche besitzen erste interessante Humanstudien, andere profitieren vor allem von großen Erwartungen. Entscheidend ist deshalb die konkrete Frage: Verbessert ein Supplement die sportliche Leistung, verändert es lediglich das subjektive Befinden oder lässt sich bislang beides nicht zuverlässig belegen?

Warum Erfahrungen und Studien unterschiedliche Antworten liefern

Ein Sportler nimmt ein neues Präparat und fühlt sich nach zwei Wochen leistungsfähiger. Diese Erfahrung kann ehrlich und für ihn bedeutsam sein. Die Ursache bleibt trotzdem offen: Vielleicht hat sich sein Schlaf verbessert, vielleicht trainiert er regelmäßiger oder erwartet besonders viel von dem Produkt.

Hinzu kommt ein Problem bei Kombinationen. Wer gleichzeitig mehrere Supplements beginnt, die Ernährung umstellt und einen neuen Trainingsplan verwendet, kann spätere Fortschritte kaum einem einzelnen Bestandteil zuordnen.

Für diesen Artikel werden deshalb drei Ebenen getrennt: Wirkversprechen, persönliche Erfahrungen und Ergebnisse kontrollierter Untersuchungen. Die genannten Onlineberichte sind einzelne, nicht unabhängig überprüfte Selbstauskünfte. Sie zeigen, wie unterschiedlich Präparate wahrgenommen werden. Ihre Auswahl erlaubt keine Aussage darüber, wie häufig bestimmte Wirkungen oder Beschwerden tatsächlich auftreten.

Auch eine Studie beantwortet immer nur eine begrenzte Frage. Ergebnisse mit einem bestimmten Extrakt lassen sich nicht automatisch auf jedes Pulver derselben Pflanze übertragen. Eine kurzfristig bessere Testleistung belegt außerdem noch keinen zusätzlichen Muskelaufbau über mehrere Monate.

Ashwagandha: Weniger Stress, mehr Trainingsfortschritt?

Ashwagandha, botanisch Withania somnifera, wird auch Schlafbeere oder indischer Ginseng genannt. Im Sport stehen vor allem drei Versprechen im Vordergrund: weniger Stress, bessere Erholung und mehr Kraft. Häufig fällt dabei der Begriff Adaptogen. Gemeint ist eine Substanz, die den Umgang mit Belastungen unterstützen soll; die Bezeichnung allein sagt jedoch wenig über einen nachgewiesenen Nutzen aus.

Was Sportler berichten

In einer Diskussion im Fitnessforum r/veganfitness schildern Nutzer mehr innere Ruhe und teilweise bessere Leistungen beim Krafttraining. Ein anderer Teilnehmer beschreibt die Veränderungen als gering und sieht einen möglichen Nutzen vor allem über besseren Schlaf. Einen direkten Effekt auf Training oder Regeneration könne er nicht sicher feststellen.

Die Berichte zeigen damit zwei unterschiedliche Möglichkeiten: Eine subjektiv angenehmere Alltagsbelastung könnte das Training erleichtern. Ob zusätzlich eine eigenständige leistungssteigernde Wirkung besteht, muss separat untersucht werden.

Was die Wissenschaft zeigt

In einer randomisierten Studie von Wankhede und Kollegen wurden 57 Männer mit wenig Krafttrainingserfahrung einer Ashwagandha- oder Placebogruppe zugeteilt. Beide Gruppen trainierten acht Wochen. Unter dem untersuchten Wurzelextrakt fielen die Verbesserungen bei mehreren Kraft- und Körpermaßen größer aus. Das ist ein positives Ergebnis, betrifft aber eine kleine Untersuchung mit überwiegend unerfahrenen Sportlern und einem konkreten Extrakt. Daraus lässt sich keine verlässliche Größenordnung für langjährig trainierende Sportler ableiten.

Zur Bewertung gehört außerdem die Sicherheit. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Schläfrigkeit, mögliche Auswirkungen auf das Hormonsystem und Fallberichte über Leberschäden. Eine gesundheitlich begründete sichere Einnahmemenge konnte es nicht ableiten. Insbesondere Kinder, Schwangere, Stillende und Menschen mit bestehenden oder früheren Lebererkrankungen sollen auf entsprechende Präparate verzichten.

Einordnung: Ashwagandha liefert interessante Forschungssignale. Eine pauschale Empfehlung als harmloser Regenerationshelfer wird der unsicheren Nutzen-Risiko-Bilanz jedoch nicht gerecht.

Maca: Andenwurzel mit sportlichem Ruf

Maca, botanisch Lepidium meyenii, wird als Pulver oder Extrakt angeboten. Die Pflanze stammt aus den Anden und wird sowohl als Sportergänzung als auch im Zusammenhang mit sexuellem Verlangen verwendet. Gerade diese Verbindung macht sie für die Werbung attraktiv: Mehr Vitalität und Libido werden leicht mit mehr Testosteron und höherer Leistungsfähigkeit verbunden.

Diese Schlussfolgerung ist zu weitgehend. Sexuelles Verlangen, Hormonspiegel und sportliche Leistung sind unterschiedliche Größen.

Was Sportler wahrnehmen

Eine kleine Untersuchung mit trainierten Radfahrern erfasste neben der Leistung auch das selbst eingeschätzte sexuelle Verlangen. Dieses verbesserte sich unter Maca gegenüber Placebo. Das ist eine dokumentierte subjektive Erfahrung innerhalb einer kontrollierten Studie – allerdings keine Aussage über Muskelaufbau oder Testosteron.

Was die Wissenschaft zeigt

An derselben Pilotstudie von Stone und Kollegen nahmen lediglich acht Männer teil. Nach jeweils 14 Tagen mit Maca beziehungsweise Placebo absolvierten sie einen 40-Kilometer-Radtest.

Unter Maca waren sie gegenüber ihrem Ausgangstest schneller. Gegenüber Placebo war die Verbesserung der Radleistung jedoch nicht signifikant. Wer lediglich die Verbesserung zum Ausgangswert herausgreift, lässt damit den entscheidenden Vergleich aus. Die Untersuchung liefert keinen überzeugenden Beleg für eine leistungssteigernde Wirkung beim Radfahren.

Einordnung: Maca ist ein gutes Beispiel dafür, warum man Vitalität, Libido und sportliche Leistungsfähigkeit getrennt bewerten sollte. Für einen zuverlässigen Trainingseffekt reichen solche kleinen Pilotdaten nicht aus.

Citrullin: Mehr Pump – und mehr Leistung?

Citrullin nimmt in dieser Auswahl eine Sonderrolle ein. Die Aminosäure ist im Kraftsport längst verbreitet. Als L-Citrullin oder Citrullinmalat steckt sie in vielen Produkten, die vor dem Training eingenommen werden.

Der vorgeschlagene Wirkmechanismus betrifft unter anderem den Arginin- und Stickstoffmonoxidstoffwechsel und damit die Regulation der Blutgefäße. Daraus entstehen Versprechen rund um Durchblutung, Pump und Ermüdungswiderstand. Ein plausibler Mechanismus beantwortet allerdings noch nicht, wie groß ein praktischer Leistungsvorteil ausfällt.

Was Sportler berichten

Ein Nutzer beschreibt in einem Onlinebericht einen deutlich stärkeren Pump unter einer Kombination aus Citrullin und einem Rote-Bete- beziehungsweise Nitratprodukt. Gerade diese Kombination verhindert jedoch, den Eindruck einem einzelnen Inhaltsstoff zuzuordnen. In einer anderen Diskussion berichtet ein Nutzer dagegen von einem für ihn wenig überzeugenden Pump unter Citrullin.

Ein intensiveres Muskelgefühl ist zudem kein direkter Nachweis für langfristig mehr Muskelmasse.

Was die Wissenschaft zeigt

Eine Metaanalyse von 2021 fand einen kleinen Vorteil von Citrullinmalat bei Wiederholungen bis zum Muskelversagen. Im Durchschnitt waren es etwa drei zusätzliche Wiederholungen über die untersuchten Belastungsprotokolle – nicht automatisch drei Wiederholungen pro Satz. Die Ergebnisse schwankten deutlich.

Eine breitere Metaanalyse von 2026 mit 30 randomisierten Studien und insgesamt 644 Teilnehmern fand ebenfalls einen kleinen mittleren Leistungseffekt. Die Autoren bewerteten die Evidenzsicherheit jedoch als niedrig bis sehr niedrig. Das subjektive Belastungsempfinden verbesserte sich im Gesamtergebnis nicht signifikant.

Einordnung: Citrullin gehört innerhalb dieser Auswahl zu den besser untersuchten Kandidaten. Möglich sind kleine, situationsabhängige Leistungsvorteile. Ein zuverlässiger Effekt bei jedem Sportler oder zusätzlicher Muskelaufbau ist damit nicht bewiesen.

Cordyceps: Pilzpräparat für mehr Ausdauer?

Cordyceps bringt bereits durch seine Herkunft eine ungewöhnliche Geschichte mit. Für die sportliche Bewertung ist jedoch entscheidend, welche Art und welche Zubereitung tatsächlich im Produkt stecken. Ergebnisse einer Pilzmischung lassen sich nicht einfach einem einzelnen Pilzbestandteil zuschreiben.

Im Vordergrund stehen Versprechen wie mehr Energie, spätere Ermüdung und höhere Ausdauerleistung.

Was Sportler berichten

In einer Diskussion über Cordyceps schildern Nutzer mehr Energie und ein Gefühl zusätzlicher Ausdauer beim Cardiotraining. Andere berichten ausdrücklich von keiner wahrnehmbaren Veränderung. Diese Gegensätze sind interessant, lösen aber die Frage nach der tatsächlichen Wirksamkeit nicht: Produktzusammensetzung, Ausgangsniveau und Trainingsbedingungen bleiben weitgehend unkontrolliert.

Was die Wissenschaft zeigt

Eine häufig zitierte Studie untersuchte 28 Personen, die eine Cordyceps-militaris-haltige Pilzmischung oder Placebo erhielten. Nach einer Woche zeigte sich bei den untersuchten Leistungswerten keine signifikante Wechselwirkung zwischen Behandlung und Zeit.

Nur zehn Teilnehmer setzten die Einnahme für weitere zwei Wochen fort. In dieser kleinen Verlängerung ergaben sich positive Hinweise, unter anderem bei der maximalen Sauerstoffaufnahme. Wegen der geringen Teilnehmerzahl und der verwendeten Mischung ist das Ergebnis vorsichtig zu interpretieren. Es belegt weder einen sicheren Effekt beliebiger Cordyceps-Produkte noch den Beitrag des einzelnen Pilzbestandteils.

Einordnung: Cordyceps ist ein interessanter Forschungskandidat. Die hier betrachtete Untersuchung trägt die weitreichenden Ausdauerversprechen noch nicht.

Shilajit: Kraft aus dem Gebirge?

Shilajit, auch Mumijo genannt, ist eine komplex zusammengesetzte, organisch-mineralische Substanz. Angeboten wird sie unter anderem als Paste, Pulver oder Kapsel. Die Werbung verbindet sie mit Energie, Vitalität, Ausdauer und teilweise mit einer Unterstützung des Testosteronspiegels. Gut konzipierte, unabhängige Humanstudien sind jedoch begrenzt.

Was Anwender berichten

Ein öffentlich dokumentierter Selbstversuch fällt nüchtern aus: Der Nutzer bemerkt nach mehreren Wochen keine erkennbare Veränderung. Der Bericht ist kein überprüfter Sportlertest, zeigt aber, dass auch eine ungewöhnliche Herkunft und hohe Erwartungen keinen spürbaren Effekt garantieren.

Was die Wissenschaft zeigt

Eine randomisierte Studie von Keller und Kollegen untersuchte 63 freizeitaktive Männer über acht Wochen. Verglichen wurden zwei Mengen eines bestimmten Shilajit-Präparats mit Placebo. Positive Ergebnisse beim Kraftverlust nach einer ermüdenden Belastung zeigten sich insbesondere in einer Auswertung der zu Beginn stärkeren Hälfte der Teilnehmer.

Das ist ein eng begrenzter Befund: Gemessen wurde die Aufrechterhaltung einer bestimmten Kraftleistung nach Ermüdung. Daraus folgt kein allgemeiner Nachweis für mehr Muskelmasse, bessere Ausdauer oder höhere Alltagsenergie. Auffällige Untergruppenergebnisse benötigen zudem Bestätigung.

Bei Shilajit ist auch die Produktqualität wesentlich. Eine analytische Untersuchung zweier Proben aus Indien und Pakistan fand verschiedene problematische Elemente in Konzentrationen oberhalb der herangezogenen Grenzwerte. Das lässt sich nicht auf jedes Produkt übertragen, zeigt aber die Bedeutung nachvollziehbarer Schadstoffanalysen.

Einordnung: Erste leistungsbezogene Daten sind vorhanden. Sie rechtfertigen keine umfassenden Vitalitätsversprechen. Herkunft und Verarbeitung müssen ebenso kritisch betrachtet werden wie die behauptete Wirkung.

Tongkat Ali: Was bringt der Testosteron-Aufhänger?

Tongkat Ali, botanisch Eurycoma longifolia, wird im Umfeld sogenannter Testosteronbooster diskutiert. Dahinter steht eine verlockende Vorstellung: Wenn sich ein Hormonwert beeinflussen lässt, müssten auch Kraft, Muskelmasse und Leistungsfähigkeit steigen.

Eine solche Wirkungskette muss jedoch vollständig untersucht werden. Ein veränderter Laborwert ist noch kein sportlicher Nutzen. Ergebnisse bei Männern mit entsprechenden Beschwerden lassen sich außerdem nicht ohne Weiteres auf gesunde Sportler mit unauffälligen Hormonwerten übertragen.

Was Anwender berichten

In einer Online-Diskussion über Tongkat Ali, Ashwagandha und Shilajit finden sich sowohl begeisterte Beschreibungen als auch Berichte über ausbleibende Wirkungen der verglichenen Präparate. Es handelt sich um anonyme Anwenderberichte, nicht um überprüfte Trainingstests. Eine objektive Aussage über Kraftzuwachs oder Hormonveränderungen erlauben sie nicht.

Was die Wissenschaft zeigt

Eine sechsmonatige Studie untersuchte 45 Männer mit Symptomen eines altersbezogenen Androgendefizits. Die Teilnehmer wurden auf vier Gruppen mit beziehungsweise ohne Training und Pflanzenextrakt verteilt. Mehrere Verbesserungen traten in den Trainingsgruppen auf.

Für die Bewertung ist entscheidend: Dass sich eine Gruppe mit Training und Supplement verbessert, beweist noch keinen zusätzlichen Nutzen des Supplements gegenüber demselben Training ohne Supplement. Zudem betrifft die Untersuchung eine besondere Teilnehmergruppe.

Hinzu kommt ein wesentlicher Sicherheitsbefund. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bewertete 2021 einen bestimmten Tongkat-Ali-Wurzelextrakt. Aufgrund von Hinweisen auf mögliche DNA-Schädigungen konnte dessen Sicherheit unter den bewerteten Verwendungsbedingungen nicht festgestellt werden. Die Bewertung betrifft den untersuchten Extrakt; sie ist kein Beweis dafür, dass jede Einnahme zwangsläufig Schäden verursacht. Sie lässt sich aber auch nicht durch positive Erfahrungsberichte entkräften.

Einordnung: Der Testosteron-Aufhänger liefert keine überzeugende Grundlage für eine allgemeine Sportempfehlung. Die Sicherheitsbedenken zum bewerteten Extrakt wiegen zusätzlich schwer.

Turkesteron: Große Muskelversprechen, kleine Datenbasis

Turkesteron gehört zu den Ecdysteroiden. Im Fitnessbereich wird es mit einer möglichen anabolen Wirkung verbunden. Eine chemische Einordnung oder ein interessanter biologischer Mechanismus reicht jedoch nicht aus, um einen Muskelaufbaueffekt beim Menschen vorherzusagen.

Was Sportler berichten

In einem Erfahrungsbericht beschreibt ein Kraftsportler geringfügig bessere Trainingsleistungen, räumt aber selbst ein, dass progressive Belastungssteigerung und Placeboeffekte als Erklärung infrage kommen. Deutliche Veränderungen der Körperzusammensetzung habe er nicht bemerkt. Ein anderer Nutzer berichtet nach mehrmonatiger Einnahme von keinem großen Unterschied.

Diese Einschränkungen machen die Berichte besonders aufschlussreich: Fortschritte während einer Einnahme sind zunächst Fortschritte während einer Einnahme. Ihre Ursache bleibt offen.

Was die Wissenschaft zeigt

Ein 2025 veröffentlichter Konferenzbeitrag untersuchte 24 junge Erwachsene über vier Wochen. Unter einem turkesteronhaltigen Produkt ergaben sich gegenüber Placebo keine signifikanten Vorteile bei Körperzusammensetzung, Handgriffkraft, Stimmung oder Schlafqualität.

Die kleine Stichprobe, die kurze Dauer und der Charakter als Konferenzbeitrag begrenzen die Aussagekraft. Die Untersuchung beweist daher nicht, dass unter allen denkbaren Bedingungen jede Wirkung ausgeschlossen ist. Sie liefert aber auch keine Unterstützung für die weitreichenden Muskelaufbauversprechen.

Einordnung: Für einen verlässlichen zusätzlichen Muskelaufbau fehlt eine überzeugende Grundlage. Die vorhandenen begrenzten Humandaten rechtfertigen die großen Erwartungen nicht.

Die sieben Supplements im Vergleich

Die folgende Bewertung bezieht sich auf die im Artikel betrachteten sportlichen Ziele. Sie ist keine formale Einstufung sämtlicher denkbarer Anwendungen.

Supplement

Zentrales Versprechen

Wissenschaftliche Einordnung

Ashwagandha

Weniger Stress, bessere Erholung, mehr Kraft

Positive Einzelbefunde; Übertragbarkeit und Sicherheit begrenzt

Maca

Vitalität, Libido, Ausdauer

Kleiner Hinweis auf subjektiv mehr sexuelles Verlangen; kein überzeugender Leistungsvorteil im dargestellten Radtest

Citrullin

Pump, mehr Wiederholungen

Kleine mögliche Leistungseffekte; insgesamt unsichere Evidenz

Cordyceps

Energie und Ausdauer

Interessante Vorbefunde; kleine Studien und unterschiedliche Zubereitungen erschweren die Bewertung

Shilajit

Energie, Kraft, Ermüdungswiderstand

Begrenzte, produktspezifische Befunde; Schadstoffqualität beachten

Tongkat Ali

Testosteron und Leistungsfähigkeit

Keine belastbare allgemeine Sportempfehlung; relevante Sicherheitsbedenken zu einem bewerteten Extrakt

Turkesteron

Zusätzlicher Muskelaufbau

Begrenzte Humandaten stützen die großen Versprechen bisher nicht

Was vor dem Kauf wirklich geprüft werden sollte

Die wichtigste Frage lautet: Welcher konkrete Nutzen soll entstehen? Besserer Schlaf, mehr Wiederholungen und zusätzlicher Muskelaufbau sind unterschiedliche Ziele. Eine Untersuchung zum einen Ziel beantwortet die anderen nicht automatisch.

Danach folgt die Frage nach dem Produkt. Wurde genau dieser Extrakt untersucht? Sind Zusammensetzung und Wirkstoffgehalt nachvollziehbar? Handelt es sich um einen Einzelstoff oder eine Mischung? Gibt es unabhängige Analysen zur Identität und zu relevanten Verunreinigungen?

Auch die Bedeutung eines positiven Ergebnisses muss eingeordnet werden. Ein kleiner Durchschnittseffekt kann praktisch wenig verändern. Ein einzelner positiver Test ersetzt keine wiederholten Untersuchungen. Und eine kurze Studie kann die Sicherheit einer jahrelangen Einnahme kaum klären.

Dass ein Präparat verkauft wird, beantwortet diese Fragen ebenfalls nicht. Nahrungsergänzungsmittel durchlaufen kein mit Arzneimitteln vergleichbares behördliches Zulassungsverfahren, in dem Wirksamkeit und gesundheitliche Unbedenklichkeit vorab nachgewiesen werden müssen.

Für Sportler bleiben ungewöhnliche Supplements deshalb vor allem eine Aufgabe der sorgfältigen Bewertung. Citrullin bietet Hinweise auf kleine Leistungsvorteile, andere Kandidaten vor allem offene Forschungsfragen. Eine faszinierende Herkunft kann neugierig machen. Ob ein Präparat seinen Platz im Training verdient, entscheidet sich an nachvollziehbarem Nutzen, Produktqualität und Sicherheit.